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Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Jeder Mensch sollte einen grundlegenden Impfschutz haben. Erfahren Sie, welche Impfungen empfohlen werden und welche Impfungen nur in besonderen Fällen notwendig sind. 

 

 

 

Was ist eine Impfung?

  • Eine Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor einer Infektionskrankheit. Das Prinzip einer Schutzimpfung besteht im Aufbau einer speziellen Abwehr gegen die jeweiligen Krankheitserreger oder gegen von ihnen produzierte Gifte.
  • Gegen viele Infektionskrankheiten sind Impfungen verfügbar. Eine Impfung wird auch Immunisierung genannt. Nach einer Impfung ist man gegen die jeweilige Erkrankung für die angegebene Zeit immun.
  • Bei einer Impfung können die Abwehrstoffe (Antikörper) dem Körper direkt verabreicht werden. Dann spricht man von passiver Immunisierung. Bei der passiven Immunisierung besteht der Schutz sofort, hält aber meist nur einige Monate an.
  • Es ist auch möglich, dem Körper verschiedene Erkennungsmerkmale eines Krankheitserregers, sogenannte Antigene, zu verabreichen. Dies löst im menschlichen Körper die Bildung von Abwehrstoffen durch das eigene Immunsystem aus. In diesem Fall spricht man von aktiver Immunisierung. Die Immunität hält bei der aktiven Immunisierung meist viele Jahre an, wirkt aber nicht sofort, sondern muss  über Wochen aufgebaut werden.
  • Die zur sogenannten Grundimmunisierung empfohlenen Impfungen sind aktive Immunisierungen. Eine passive Immunisierung führt man beispielsweise zur schnellen Auffrischung des Schutzes vor Wundstarrkrampf (Tetanus) nach Verletzungen durch.

Was ist zu Impf-Empfehlungen zu wissen?

  • In Deutschland werden die öffentlich empfohlenen Impfungen in Form der „Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)“ festgelegt. Dieser Impfkalender wird regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht.
  • Es besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Ihr Arzt wird Sie gerne beraten und über Vor- und Nachteile von Impfung und Nicht-Impfung aufzuklären.
  • Neben dem individuellen Schutz haben die Impfempfehlungen auch das Ziel, seuchenartige Ausbrüche von Infektionskrankheiten durch eine hohe Impfrate in der Bevölkerung zu verhindern.
  • Seit einigen Jahren werden die Kosten für alle Impfungen, die von   der Impfkommission empfohlen werden, von den Krankenkassen übernommen.
  • Zu den Empfehlungen gehören ein Kalender mit 14 Impfungen zur Grundimmunisierung und eine Liste mit Impfungen, die nur bei speziellen Anlässen von Ärzten empfohlen werden.

Der Impfkalender

  • Die Impfempfehlungen im Impfkalender für Säuglinge, Kinder und Jugendliche umfassen 14 Impfungen, die einen Grundschutz aufbauen.
  • Im Kalender sind die Impfungen gegen Diphtherie, Pertussis/Keuchhusten, Tetanus/Wundstarrkrampf, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, humane Papillomaviren (nur für Mädchen), Poliomyelitis/Kinderlähmung , Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken, Meningokokken, Varizellen/Windpocken und Influenza aufgeführt.
  • Den empfohlenen Impfungen sind Impftermine zugeordnet. Abweichungen vom empfohlenen Impfalter sind unter Umständen notwendig. Die angegebenen Impftermine berücksichtigen die für den Aufbau eines Impfschutzes notwendigen Zeitabstände zwischen den Impfungen. Die Termine sollten optimalerweise mit den Früherkennungsuntersuchungen von Kindern zusammen erfolgen.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass die Impfquoten bei den meisten Grundimmunisierungen über 90 Prozent liegt. Gegen Varizellen, Meningokokken und Pneumokokken sind trotz Empfehlungen in der Regel aber weniger als 40 Prozent der Bevölkerung geimpft. Ein regelmäßiger Blick in das Impfbuch beim Arztbesuch ist zu empfehlen.
  • Im Impfkalender werden für über 60-jährige Menschen die Impfungen gegen Pneumokokken und Influenza empfohlen. Zwischen dem 18. und dem 60. Lebensjahr sollen die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Impfungen bei besonderem Risiko

  • Neben der Grundimmunisierung gibt es eine Reihe von Impfungen, die nur in bestimmten Situationen verabreicht werden sollten. Eine Übersicht hierzu ist ebenfalls in den Empfehlungen der STIKO enthalten.
  • Die Kosten für Reiseimpfungen werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Trotzdem sollten auch diese Impfungen im Impfbuch eingetragen werden.
  • Zu diesen speziellen Impfungen, über die Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen können, gehören:
      • Cholera (nur im Ausnahmefall, sofern aufgrund von Einreisebestimmungen erforderlich)
      • FSME (Personen, die mit Zecken in FSME-Risikogebieten in Berührung kommen könnten wie z. B. Forstarbeiter oder bei Reisen in Risikogebiete)
      • Gelbfieber (bei Reisen in gefährdete Gebiete wie das tropische Afrika und Südamerika, die Impfung erfolgt in speziellen Einrichtungen, den Gelbfieberimpfstellen)
      • Hepatitis A (Risikogruppen und gefährdetes Personal, das im Gesundheitsdienst, in der Forschung oder in der Kanalisation tätig ist)
      • Tollwut (Personen mit Umgang von Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut wie z. B. Tierärzte, Jäger und Forstpersonal)
      • Tuberkulose (wird derzeit nicht empfohlen)
      • Typhus (bei Reisen in gefährdete Gebiete)

Durchführung von Impfungen

  • Eine Impfung kann bei Hausärzten oder beim Kinderarzt durchgeführt werden.
  • Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten beim Aufbau der Grundimmunisierung nach Möglichkeit Kombinationsimpfstoffe verwendet werden.
  • Um einen Impfschutz aufzubauen, ist bei vielen Impfungen die Gabe von drei Spritzen im Abstand von mehreren Wochen nötig.
  • Ein vollständiger Impfschutz ist nur dann erreichbar, wenn die vom Hersteller angegebene Zahl von Einzeldosen in den angegebenen Abständen verabreicht wurde.
  • Jede Impfung wird im Impfbuch (auch Impfpass oder Impfausweis), das Sie bei Ihrem Arzt erhalten, eingetragen. Dieses Impfbuch sollten sie gut aufbewahren. Sie sollten es vorlegen, wenn sie eine erneute Impfung erhalten oder auch wenn Sie beispielsweise wegen einer Verletzung ins Krankenhaus müssen
  • Je nach Impfung kann es sinnvoll sein sich für 2-3 Tage zu schonen, beispielsweise auf Sport zu verzichten.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen

  • Nach einer Impfung kann die Injektionsstelle für einige Zeit etwas schmerzen, druckempfindlich und gerötet sein
  • Es können grippeartige Symptome auftreten
  • Leichtes Fieber kann auftreten, sollte aber spätestens nach zwei Tagen wieder abklingen
  • Starke, länger andauernde Symptome und hohes Fieber nach einer Impfung sind selten. In solchen Fall stellen Sie sich bitte Ihrem Hausarzt vor.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt regelmäßig Empfehlungen heraus, welche Impfungen jeder Mensch als Grundschutz haben sollte. Lassen Sie sich zum aktuellen Stand von Ihrem Hausarzt beraten. Hierzu nehmen Sie am besten Ihr Impfbuch mit.

 Stand: August 2012

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